No Poo – Haare waschen mit Natron

Das Haare waschen mit Natron ist eine echte Alternative zu den herkömmlichen Shampoos geworden. Es ist schnell zubereitet und Du bekommst es in vielen Drogerien und online in großen Mengen.

Was ist Natron?

Natron ist ein altbekanntes Haushaltsmittel, das seine Verwendung in sehr vielen Bereichen, der Küche, Kosmetik oder Reinigung findet. Auch unter der Bezeichnung Natriumhydrogencarbonat bekannt, löst es Fett, beseitigt Gerüche oder verändert den pH-Wert. Du kannst es zum Wäsche waschen, Zähne putzen, zum Geschirrspülen, zum Haare waschen und gegen Sodbrennen verwenden.

Wichtig: Haushaltsnatron ist dem (Wasch-)Soda ähnlich, welches auch unter Natriumcarbonat bekannt ist. Jedoch ist es nicht gut für die Haut und reizt diese! Deshalb sollte Du es in keinem Fall verwechseln. Außerdem darf Natron nicht mit Wasser über 50°C verrührt werden, weil es dann durch eine chemische Reaktion zu Soda (Natriumcarbonat) wird.

Natron kaufen

Natron bekommst Du in der Drogerie, in der Putzmittel- oder Pharmaabteilung und im Supermarkt in dem Backregal als Backsoda. Am bekanntesten ist das Kaiser Natron, welches als einzelne Tütchen oder in einem kleinen Karton mit fünf Tütchen angeboten wird.

Im Internet kannst Du Dir auch günstig einen großen Vorrat kaufen. Ich persönlich nutze Natron für mein selbstgemachtes Deo, Mundspülung, Geschirrreiniger und Waschmittel, weshalb die kleinen Tütchen viel zu schnell aufgebraucht wären. Sehr zu empfehlen finde ich den 5Kg Eimer Natron in Lebensmittelqualität* von Salz Schwarzmann.

Haare mit Natron waschen

Das Haare waschen mit Natron ist günstig, simpel und umweltschonend. Hierbei wird eine kleine Menge Natron in lauwarmen Wasser gelöst und dann in das feuchte Haar einmassiert. Dabei wird das fett gelöst, Gerüche gebunden und Schmutz entfernt. Außerdem wird durch das Einmassieren die Durchblutung angeregt, was das Haarwachstum begünstigt.

Bei Natron handelt es sich um ein Salz, welches alkalisch ist. Bei der Natronwäsche veränderst Du deshalb den pH-Wert Deiner Kopfhaut. Sie wird dadurch trocken und die Haare werden stumpf. Deshalb ist es sehr wichtig die Haare und Kopfhaut wieder ins Gleichgewicht zu bekommen. Dazu verwendest Du einfach eine saure Rinse. Das kann entweder Apfelessig oder Zitronensäure verdünnt mit Wasser sein. Dadurch werden Deine Haare wieder ganz weich und glänzend. Apfelessig hat außerdem den Vorteil, dass er gegen juckende Kopfhaut wirkt und verstopfte Poren wieder reinigt.

Zur Vorbereitung der Natronwäsche ist das gründliche Bürsten der Haare gut zum Lösen von Fett und Schmutz geeignet. Dadurch können die Partikel später besser von dem Natrongemisch gelöst werden.

Mischverhältnis von Natron und Wasser

Die Mengenangabe sind ein reiner Richtwert, um ein ungefähres Gefühl für die Mengen zu bekommen. Sie können aber je nach Haartyp und Haarlänge angepasst werden, um ein optimales Reinigungsergebnis zu erhalten.

Für eine Natron-Paste mischt Du 1 EL Natron mit 1 EL lauwarmen Wasser. Hierbei bekommst Du eine breiige Konsistenz und kannst sie gut auf der nassen Kopfhaut einmassieren.

Für eine Natron-Lösung kannst Du 2 – 3 Teelöffel Natron in einem Gefäß, zum Beispiel ein Messbecher, mit lauwarmen Wasser mischen. Das Natron-Wasser wird beim Haarewaschen einfach auf die Kopfhaut und in die unterschiedlichen Schichten gegeben und einmassiert.

Die Saure Rinse

Ist das Natrongemisch gründlich aus Deinen Haaren ausgewaschen, dann solltest Du eine Saure Rinse als Spülung verwenden. Dadurch wird der pH-Wert wieder ins Gleichgewicht gebracht, der durch das Natron ins alkalische ging. Die Haare werden glänzend und weich. Und Fett wird außerdem beseitigt.

Für die Essig-Spülung werden 1 – 2 El Apfelessig mit 1 Liter Wasser gemischt. Anschließend wird das Gemisch auf die nassen Haare gegeben und muss nicht ausgespült werden. Der Geruch verfliegt nach dem Trocknen von alleine.

Für die Zitronen-Spülung wird der Saft einer Zitrone mit 1 Liter Wasser gemischt. Und anschließend über die nassen Haare gegeben und einmassiert.

Natron als dauerhafte Alternative?

Meiner Meinung nach und die vieler anderer Anwender von No-Poo (ohne Shampoo) ist das Haarewaschen mit Natron eher für den Anfang der Umstellung und als Grundreinigung geeignet.

Wenn die Haare sich daran gewöhnen ohne Shampoo gereinigt zu werden und die Abstände der Haarwäschen vergrößert werden, dann ist eine Umstellung auf eine mildere Haarpflege ratsam. Natron entfernt stark das Fett, was allerdings gar nicht von der Natur vorgesehen ist. Ein Umstieg auf Roggenmehl, Lavaerde oder milde Haarseifen kann den Haaren sehr gut tun.

Noch ein Hinweis

Die Mengenangaben der Natronwäsche und sauren Rinse können je nach Haartyp variieren. Nimmst Du zu viel Natron wird die Kopfhaut zu trocken oder bei zu viel Zusatz der sauren Zusätze könnten die Haare strähnig wirken. Zu Beginn benötigen die Haare auch eine Umgewöhnung, weil sie die Shampoo-Wäsche gewohnt waren. Aber ein bisschen experimentieren lohnt sich und Deine Haare werden es Dir danken.

Aufpassen solltest Du bei chemisch gefärbten Haaren, denn sowohl Natron als auch die saure Rinse können die Farbe entziehen bzw. bleichen.

Mein Fazit

Die Natronwäsche finde ich besonders gut zu Beginn der No Poo Anwendung, wenn vorhandene Silikone, Stylingprodukte und Schmutz von den Haaren gelöst werden sollen. Zusammen mit der sauren Rinse werden die Haare glänzend und gepflegt. Nachdem die Haare von den Shampoos umgewöhnt sind, sind mildere Alternativen super oder eine alleinige Nutzung einer selbstgemachten Spülung reicht oft auch aus.

Ich mache es einfach nach Gefühl und in welchem Zustand meine Haare sind. So kommt es auch auf die Umgebung und die Umstände an, welche Pflege sie zur Zeit brauchen. Aber am wichtigsten ist für mich außerdem die Verwendung meiner Wildschweinborstenbürste. Sie reinigt und pflegt die Haare.

 

Viel Spaß beim ausprobieren und lass es Dir gut gehen, Sina

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